"Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht. Das ist
das erste Prinzip des Existenzialismus."
"Wenn wir sagen, der Mensch wählt sich selbst, verstehen wir darunter,
jeder von uns wählt sich, doch damit wollen wir auch sagen, sich wählend
wählt er alle Menschen."
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich
nicht selbst erschaffen hat, und dennoch frei, weil er, einmal in die Welt
geworfen, für all das verantwortlich ist, was er tut."
"Wenn wir die Situation des Menschen als freie Wahl, ohne Entschuldigung
und ohne Zuflucht, definiert haben, dann ist jeder Mensch, der seine Leidenschaften
vorschiebt und sich mit ihnen entschuldigt, jeder Mensch, der einen Determinismus
erfindet, unaufrichtig."
"Die Freiheit ist eine Struktur der menschlichen Tat und erscheint nur
im Engagement; der Determinismus ist ein Gesetz der Welt."
"Das den Amerikanern so teure Wort one world bedeutet neben vielem
anderem, daß jeder für alles, was auf der Welt geschieht, verantwortlich
ist."
"Wenn also ein Schriftsteller gewählt hat, über irgendeinen
Aspekt der Welt zu schweigen, dann hat man das Recht, ihn zu frage: Warum
hast du lieber von diesem als von jenem gesprochen? Und da du ja sprichst,
um etwas zu verändern - denn anders kann man nicht sprechen -, warum
willst du lieber dieses als jenes verändern?"
"Man ist nicht zuerst der Hüter der ewigen Werte, denn die Freiheit
ist konkret."
"Und wir, die Ratten ohne Kleinhirn, sind so beschaffen, daß wir
nur entweder krepieren oder den Menschen erfinden können."
"Die Kunst ist immer die Darstellung der Welt, wie sie wäre, wenn
die menschliche Freiheit sie ergriffen hätte."
"Was bedeutet Literatur in einer Welt, die hungert? Wie die Moral muß
auch die Literatur allgemein sein."
"Wenn jeder niedergeschriebene Satz nicht auf allen Ebenen des Menschen
und der Gesellschaft widerklingt, bedeutet er nichts. Die Literatur einer
Epoche ist die durch ihre Literatur verdaute Epoche."
"Die menschliche Realität denkt man nicht, man lebt sie, denn sie
ist das Paradox, der Konflikt ohne Synthese. Der Mensch ist jenes Sein,
das man mit dem Degen in den Flanken antreibt, auf den Thron Gottes zu
steigen, und das nicht hingelangt."
Sartres "Wahrheit und Existenz"
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