Es gibt "keinen Zug, der für uns Heutige so charakteristisch wäre
wie unsere Unfähigkeit, seelisch 'up to date', auf dem Laufenden unserer
Produktion zu bleiben."
"Die Tatsache der täglich wachsenden A-synchronisiertheit des
Menschen mit seiner Produktewelt, die Tatsache des von Tag zu Tag breiter
werdenden Abstandes, nennen wir 'das prometheische Gefälle'."
"Als 'nackt' gilt heute nicht der unbekleidete Leib, sondern der unbearbeitete."
"Jede Muße hat heute heimliche Familienähnlichkeit mit Arbeitslosigkeit."
"Unsere Bedürfnisse sind nun nichts anderes mehr als die Abdrücke
oder die Reproduktionen der Bedürfnisse der Waren selbst."
"Uns vom Minimum jener Käufe, die als sogenannte 'musts', also
'Muß-Käufe', angeboten und geboten werden, auszuschließen,
ist nahezu unmöglich. Wer es versucht, exponiert sich der Gefahr,
als 'introvertiert' zu gelten, sein Prestige einzubüßen, seine
beruflichen Chancen zu verspielen, sich als mittellos zu dekouvieren; ja
sogar der, sich moralisch und politisch suspekt zu machen."
Günther Anders' kategorischer Imperativ: "Habe nur solche Dinge,
deren Handlungsmaximen auch Maximen deines eigenen Handelns werden könnten."
"Überfluß ist die Mutter der Phantasielosigkeit."
"Wir bilden unsere Welt den Bildern der Welt nach."
"Die Flut von Einzelbildern soll verhindern, daß wir zu einem
Weltbild überhaupt kommen und daß wir das Fehlen des Weltbildes
überhaupt spüren."
Fragen oder Kommentare per E-mail sind jederzeit willkommen.