Die kognitivistische Orthodoxie
Der klassische Kognitivismus geht von der These aus: ,,Ein physikalisches
Symbolsystem hat die notwendigen und hinreichenden Mittel für allgemeine
intelligente Handlungen." (Newell/Simon) Dabei
wird ausdrücklich betont, daß allgemeine intelligente Handlungen
jene intelligenten Leistungen sind, die normalerweise von Menschen vollzogen
werden. Die Folgerung, ,,daß Intelligenz durch einen universalen
Computer realisiert werden kann" (a.a.O.), bedeutet also: Die Kognition,
die bislang nur in menschlichen Gehirnen stattfindet, kann prinzipiell
auch von einem Computer durchgeführt werden - künstliche Intelligenz
ist möglich.
Jerry A. Fodor kehrt diese Gleichung um und
sagt: "The only psychological models of cognitive processes that seem even
remotely plausible represent such processes as computational." (J. A. Fodor,
The Language of Thought, S.27) Daraus folgt als nächstes: "Computation
presupposes a medium of computation: a representational system."
Dieses Repräsentations-System kann keine natürliche Sprache sein,
es muß jedoch einer Sprache ähnlich sein, da es die kognitive
Grundlage jeglicher Sprache bildet, d. h. "the semantic properties of any
learnable language predicate must be expressible in the representational
system." Diese Sprache ist Fodors "language of thought", ein Repräsentationssystem
mentaler Symbole, "mental particulars possessed of semantic and syntactic
properties. There must be mental symbols because, in a nutshell, only symbols
have syntax, and our best available theory of mental processes [...] needs
the picture of the mind as a syntax-driven machine." (J. A. Fodor, Fodor's
Guide to Mental Representation: The Intelligent Auntie's Vade-Mecum; in:
Mind 94 (1985), S.94)
Der Geist ist also eine Maschine, in der die Welt durch Symbole repräsentiert
ist, wobei diese Symbole ganz konkrete ,,Partikel" des Gehirns bilden -
und ,,Denken" nennen wir die Arbeit des Gehirns, das wie ein Computer diese
Symbole nach bestimmten Syntax-Regeln verarbeitet. So einfach ist das -
meint Fodor.
Gegen diese orthodoxe Kognitionstheorie wendet sich die Kritik des
Konnektionismus.