Es war eine verbotene Liebe, die den
König des AGH Zibirre mit dem
zweimal geschiedenen Schulgoldfisch
Erna verband. Voller Leidenschaft,
aber auch voller Verzweifelung, kämpften
die Liebenden um ihr Glück.
Ihre glühenden Briefe sind Zeugnisse
einer Zeit, die das AGHische
Königshaus in seine tiefste Krise
stürzte.
Es war sein Geburtstag! An diesem
Tag hielt AGHs Kronprinz, der
spätere König Zibirre I.
einen zart rosafarbenen Brief mit schwung-
vollen Wasserflecken in der Hand.
Er muß für ihn so große Bedeutung
gehabt haben, daß er ihn auch
heute noch ständig mit sich führt:
Sir, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ihre Erna
Eine nicht gerade überwältigende
Botschaft - sollte man meinen. Doch
für Prinz Zibi muß sie
der Himmel auf Erden gewesen sein. Endlich,
endlich schien Erna seinem Bitten,
Drängen und Flehen wenigstens ein
wenig Gehör zu schenken. Denn
die attraktive Halveranerin war ein
verheirateter Fisch.
Zusammen mit ihrem Ehemann Karl war
Erna häufig zu Gast im Kartensamm-
lungsraum, der Zibi als private Residenz
dient. Dort hatte sie den
Prinzen im Laufe der Zeit mehr und
mehr kennengelernt. Doch die ersten
Kontakte mit "königlichem Blut"
schienen sie relativ kaltzulassen. Wie
aus ihren Memoiren hervorgeht, hielt
sie ihn für einen scheuen Mann, dessen
Welt ihr völlig fremd war. Doch
das sollte sich ändern. Irgenwann muß
es zwischen den beiden "gefunkt" haben
- und zwar gewaltig. Denn ohne
Rücksicht auf die Staatsräson,
aber auch ohne Rücksicht auf den Ehe-
mann, offenbarte Zibi ihr seine tiefsten
Gefühle:
Oh, wie vermisse
ich Dich. Ich liebe Dich mehr und mehr, Erna.
Allein der Gedanke,
daß Du jetzt mit Karl allein im Tümpel schwimmst,
bringt mich dem
Wahnsinn nahe. Dein Zibilie
Ein Liebesbekenntnis, um das Erna bestimmt
von Millionen Frauen
glühend beneidet worden wäre.
Doch noch schwankte Erna in ihren Ge -
fühlen.Sie fühlte sich hin-
und hergerissen zwischen ihrem Ehemann
und dem Prinzen of agh.
Zibirre hatte sich nie gescheut, oft
bis spät in die Nacht bei Erna
im Tümpel zu bleiben, selbstverständlich
in Gegenwart ihres Ehemannes
Karl. Das veranlaßte sie zu
einem Brief voller Gefühle, aber auch
voller Tadel. Doch Zibi bedrängte
Erna immer mehr. Nicht nur am Hof
des AGH begann man bereits über
die unstandesgemäße Liebe zu tuscheln.
In dieser Zeit schrieb Erna sogar
ihrer Tante Hetti, die in der fer-
nen Ennepetalsperre lebte. Sie hatte
ihre Tante zwar eingeweiht, doch
das Gerücht, daß sie mit
dem Prinzen mehr als nur eine wässrige Freund-
schaft verbinde, dementierte sie zu
dieser Zeit noch heftig!
Die Weihnachtsferien gingen vorüber,
und auch im neuen Jahr ließ
die Leidenschaft des Prinzen nicht
nach. Im Gegenteil - sie wurde immer
intensiver. Er konnte es nicht ertragen,
auch nur einen Tag von ihr
getrennt zu sein. Als Erna zwecks
Reinigung des Schultümpels einmal
in die Schwimmhalle der Realschule
evakuiert werden mußte, schrieb er:
Ach! Geliebtes Herz,
es ist so traurig, ohne Dich hier zu sein.
Bitte komme ganz
schnell wieder zurück. Gerade haben wir telepa-
thiert, aber welch
armseliger Ersatz ist das für eine enge Um -
armung.Und schon
gar kein Ersatz für die einsamen Schlafträume,
mit denen wir uns
schon viel zu lange zufriedengeben müssen in
letzter Zeit. Erna,
nicht einmal die Sterne können uns ausein -
anderbringen. Ich
werde Dich lieben, solange noch ein Atemzug in
meinem Körper
ist!! Dein Zibilie
Doch offenbar dachte Erna zu diesem
Zeitpunkt noch nicht an ein
Happy-End mit Prinz Zibi I. In ihren
Briefen an Tante Hetti schilderte
sie ihren Ehemann Karl als einen treusorgenden
Mann mit unendlicher
Geduld. Mit Karl teilte sie die Sorge
um das Geld, da seine Algenzucht
durch die Sanierungsmaßnahmen
der Herren Stüeken und Brenken in arge
Bedrängnis geraten war. Aber
trotz allem kam es zu einem heftigen Streit
zwischen den Eheleuten. Kurz nach
diesem Streit schrieb Zibi seiner Erna:
Liebste Erna, morgen
werde ich an Deinem Tümpel vorbeischlendern.
Bitte, schau um
16.00 Uhr aus dem Wasser und schenke mir ein
Flossenwinken.
Dein Dich liebender Zibilie
Doch zu der heimlich geplanten Begegnung
kam es nicht. Unverzüglich
ließ Erna ihrem Prinzen die
Botschaft übermitteln:
Liebster Zibilie,
bitte verzeih, der ständige Konflikt zwischen
Karl und Dir bringt
mich fast um den Verstand. Liebling, ich sehe
unmöglich
aus nach soviel Tränen. Deine Erna
| Lesen Sie in der nächsten
Ausgabe: Zibis entscheidender Liebesbrief, der Erna schwach werden ließ! |